Freitag, Juni 23, 2017

Stabilisierungsmethoden

IMPALA WS

In Fällen, in denen eine Wirbelkanaleinengung oder ein Bandscheibenvorfall mit einem noch geringradigen Wirbelgleiten (bis maximal Grad 1 nach Meyerding) einhergeht kommt das dynamische Stabilisierungsverfahren zum Einsatz. Durch dieses Verfahren können leichtergradige Instabilitäten der lumbalen Wirbelsäule ohne die prinzipiellen Nachteile einer Stabilisierungsoperation mit Schrauben-Stab-System versorgt werden. Während der Operation wird eine Wirbelkanaleinengung oder ein Bandscheibenvorfall in typischer Art und Weise beseitigt (siehe auch Kapitel Bandscheibenvorfall).

Danach wird das dynamische implantat zwischen die Dornfortsätze implantiert.
Der Vorteil dieser Versorgungsart liegt in der erhaltenen Beweglichkeit des versorgten Wirbelsäulenabschnittes bei gleichzeitiger Erhaltung der Stabilität bis zu einem gewissen Grade.

Es gibt auch Indikationen zur Implantation von den sogenannten „interspinösen Spreizern" (dynamische Implantate) ohne Dekompression des Wirbelkanals oder Entfernung eines Bandscheibenvorfalls: Wenn die Bandscheibe verschlissen ist und dadurch eine Sinterung des Bandscheibenfaches mit daraus resultierenden Verengungen der Nervenaustrittslöcher an der Seite der Wirbelsäule entstanden ist, kann man durch Implantation dieser Spreizer (z.B. Impala) die sogenannte „vordere Säule" inkl. Bandscheiben und die Wirbelgelenke entlasten. Gleichzeitig führt die Implantation zu einer Erweiterung der Nervenaustrittslöcher.

Bei erhöhtem Verschleiß der Bandscheibe mit Höhenminderung derselben entsteht häufig eine sogenannte "Mikroinstabilität". Die Patienten leiden an tief sitzenden Rücken/ Kreuzschmerzen, die insbesondere bei längerem Stehen oder Gehen auftreten. In solchen Fällen muß nach Ausschöpfung der konservativen Mittel bei anhaltenden Beschwerden das Wirbelsäulensegment stabilisiert werden.

Wir favorisieren die sogenannte PLIF mit Cages. Im Rahmen dieser Operation, die ebenfalls mikrochirurgisch, d.h. mit Hilfe des Mikroskops durchgeführt wird, wird zuerst die beschädigte Bandscheibe bzw. Restbandscheibe komplett entfernt, der Zwischenwirbelraum präpariert und anschließend zwei Implantate (Cages) anstelle der Bandscheibe in den Zwischenwirbelraum implantiert.

Es gibt spreizbare Cages und feste Cages. Die Stellung des Segments ist entscheidend dafür, welche Cages man implantiert. Dadurch erhöht man einerseits den Zwischenwirbelraum, andererseits kommt es mit der Zeit zu einer Stabilisierung des Segments, indem die beiden Wirbel miteinander verwachsen (Fusion). Als Resultat verschwinden die Rückenschmerzen und der Patient kann die Muskulatur systematisch aufbauen.

Eine Versteifung der Wirbelsäule mit Schrauben und Stäben sollte nur im Falle von gravierenden symptomatischen Gleitwirbeln oder nachgewiesenen Instabilitäten der Wirbelsäule durchgeführt werden. Wir empfehlen in so einem Fall aufgrund der risikoreichen Operation eine zweite oder gar dritte Meinung einzuholen.

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