Freitag, Juni 23, 2017

Rückenschmerzen

Sehr wichtig ist die gründliche Anamnese, das heißt das Gespräch zur Krankenvorgeschichte. Sie ist wegweisend, um später die Beschwerden mit dem ärztlichen Befund abzugleichen. Erst nach dem Gespräch findet die körperliche Untersuchung statt. Bei der körperlichen Untersuchung prüft der Arzt die Beweglichkeit der Wirbelsäule, die Muskelkraft, die Sensibilität und eventuelle Muskelverspannungen oder schmerzhafte Druckpunkte. Bei der Untersuchung wird außerdem kontrolliert, wie der Patient steht oder sich bewegt, um eventuelle Fehlhaltungen oder Fehlstellungen festzustellen. Diese Ergebnisse werden mit der Anamnese verglichen.Nicht jede Untersuchungsmethode ist zur Diagnose von Rückenschmerzen geeignet, doch nur, wenn zweifelsfrei feststeht, was den Schmerz verursacht, kann eine Therapie eingeleitet werden, die dem Betroffenen auch wirklich hilft. Deshalb ist es wichtig, dass der Patient weiß, wie eine Diagnose gestellt wird und welche Untersuchungsmethoden sinnvoll sind.Um eine Diagnose zu bestätigen, werden die sogenannte bildgebende Verfahren angewandt.Röntgen ist das Mittel der Wahl, wenn krankhafte Knochenprozesse wie Osteoporose, Brüche nach einem Unfall oder Arthrose untersucht werden.

Bei einem Bandscheibenvorfall ist Röntgen nur vor einer Operation hilfreich, wenn Implantationen von z.B. Bandscheibenprothesen oder anderer Implantate geplant sind bzw. nach der OP zur Kontrolle, um zu erfahren, wie die Implantate sitzen.

Wichtig zu wissen: Eine Computertomographie (CT) ist ebenfalls ein Röntgenverfahren. Hier werden Bilder aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen und am Computer zu einem Schichtbild zusammengefügt. Sinnvoll ist sie zum Beispiel in der Notfallmedizin, weil sie dann schnell präzise Bilder liefern kann (zum Beispiel bei Verdacht auf Hirnblutung) oder bei Rücken- und Beinschmerzen zur Diagnose eines Bandscheibenvorfalls, wenn keine Möglichkeit für eine Kernspintomographie vor Ort vorhanden ist. Der Nachteil ist die enorme Belastung durch die 100- bis 1000-fache Strahlendosis einer normalen Röntgenaufnahme. Wenn ein einzelnes Organ mit einem Computertomographen untersucht wird, erhält der Patient eine Strahlendosis, die der entspräche, als wenn er ein Jahr lang jeden Tag morgens, mittags und abends eine Röntgenaufnahme erhalten würde.Eine Magnetresonanztomographie (kurz: MRT, auch Kernspintomographie genannt) wird eingesetzt, wenn Nerven, Bandscheiben oder Weichteile betroffen sind. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn bei Rücken- und Beinschmerzen oder Nacken- und Armschmerzen ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert werden soll. Statt Röntgenstrahlung kommen unschädliche Magnetfelder zum Einsatz. Ein weiterer Vorteil: Organe und Gewebe lassen sich ohne Kontrastmittel mit hohem Weichteilkontrast abbilden.